Alles hat seine Zeit!

 

"karnevalinaachen.de" wird ab 31.12.2025 nicht mehr aktualisiert. Nach 22 Sessionen, einem karnevalistischen Jubiläum, ist es an der Zeit, über neue Wege der Veröffentlichung nachzudenken. Mit viel Aufwand und Liebe zum Brauchtum wurde hier der Aachener Karneval in seiner Vielfalt dokumentiert.
Für die Unterstützung des Projektes sei an dieser Stelle den treuen Werbekunden ausdrücklich gedankt. Dank gilt auch den Kollegen, die Fotos und Berichte beisteuerten wenn man nicht gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen konnte. Bedanken möchte ich mich auch bei den Menschen die durch Anregung und konstruktive Kritik zum stetigen Ansporn auch dann aufmunterten wenn sich die Lust zum Engagement mal in Grenzen hielt. Lob und Dank gab es auch, was in heutiger Zeit auch nicht selbstverständlich ist. Dafür "dubbele Merssi!"
Und jetzt die gute Nachricht: weil man nie so ganz geht, geht es für Freunde es Aachener Karnevals bei FACEBOOK weiter. Hier war "karnevalinaachen.de" auch bisher aktiv, was künftig nahtlos fortgesetzt werden wird.

 

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Dieses Karnevalsportal für Aachen hat in den letzten 22 Sessionen umfassende Informationen über Karneval und speziell über den Aachener Karneval präsentiert. Das Portal wurde laufend aktualisiert und enthielt neben Berichten und Bildergalerien zum Karnevalsgeschehen in und um Aachen auch Informationen zum Brauchtum Karneval und zur Philosophie des Karnevals. Interviews mit Künstlern und offiziellen Vertretern des organisierten Karnevals rundeten den Blick auf das Kulturgut Karneval ab.
Es konnten auch einige Anregungen und Impulse zur Entwicklung des Aachener Karnevals gegeben und realisiert werden. Es war dennoch in den letzten Jahren ein deutlicher Wandel des Karnevals hin zu mehr Party- und Eventkarneval zu beobachten. Wie in vielen gesellschaftlichen Bereichen, so auch im Karneval, hinterlassen die zunehmende Kommerzialisierung und der Zeitgeist ihre Spuren. Naturgemäß nehmen moderne Veranstaltungskonzepte zu und werden vermehrt von jüngerem Publikum angenommen. Die Altersstruktur der Sitzungsgäste ändert sich und damit auch das gebotene Programm. Büttenreden, einst das Salz in der Suppe, haben nahezu ausgedient. Zuhören gehört nicht mehr zu den Tugenden des Saalpublikums und wo man früher noch lachte, fällt die Pointe heute aus Gründen der vermeintlichen "Rücksichtnahme" und der "political correctness" unter den Tisch. In vergangenen Zeiten hätte auch der Narr im Indianerkostüm gelacht, heute sollte er dieses Kostüm wegen "kultureller Aneignung" lieber nicht wählen. Wie waren doch die Zeiten noch schön als der Narr noch fast alles durfte.
 

"Karl & Marktweib" ein Symbol für den Aachener Karneval

 

Schön war auch der Karneval nach dem Krieg im Jahr 1951. Die Stadt lag noch in Trümmer und der Aachener Künstler, Josef Kuckartz, schuf ein Symbol für den Aachener Karneval das genau die bildliche Aussage trifft, die den Karneval bis heute symbolisiert. Das mit dem ehrwürdigen Kaiser Karl tanzende Marktweib steht für das gemeine Volk das vereint mit der Obrigkeit beim Karneval ausgelassen feiert. Es steht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt der Standesunterschiede einebnet und die Distanz von "Oben" und "Unten" verringert.
Dem Betrachter wird mit einem Blick klar, hier kann es nur um Karneval gehen und bei Kaiser Karl, wie man ihn in ganz Europa kennt, ist auch Aachen eindeutig im Blick. Kann es eine eindeutigere Identifikation mit Aachen und Karneval geben? Eher nicht! Ein Symbol steht für den Aachener Karneval und benötigt keine erklärenden Worte.

 

 

Dieses Motiv, geschaffen von dem Aachener Künstler Josef (Jupp) Kuckartz, wurde seit 1951 immer wieder mal vom Festausschuss Aachener Karneval (AAK) verwendet. Mal als Anstecknadel, mal als Orden, so im Jahr 2004 zum Anlaß "175 Jahre Karneval in Aachen" oder als lebende Symbol-Figuren im Karlsjahr 2014, dargestellt von Josef Beuel und Renate Juchems. Für das Jahr 2026 hat sich der AAK für seinen Sessionsorden etwas einfallen lassen was den Künstler sicher erschaudern ließe. Karl wurde in dem Motiv durch ein Pferd ersetzt und das Markweib tanzt nun mit dem Gaul.

 
 

Wer war Josef Kuckartz, der Urheber des Motivs ?

 

Josef "Jupp" Kuckartz wurde am 1. Februar 1912 in Aachen-Burtscheid geboren. Er studierte an der Aachener Kunstgewerbeschule und war Schüler der Professoren Anton Wendling, Karl Josef Gollrad und Hans Anetsberger. Hatte er bereits vor seinem Studium in der Werbeabteilung eines Kaufhauses gearbeitet, so setzte er als Teilhaber der Firma "Werbekunst" seine berufliche Tätigkeit fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Jupp Kuckartz als Maler und Graphiker. Als Motive wählte er zahlreiche Bauwerke und Straßenansichten aus Aachen und Burtscheid.
Wandmosaike in den Realschulen in Alsdorf und Eschweiler gestaltete Jupp Kuckartz. Für die ehemalige Kath. Hochschule für Kirchenmusik im Aachener Gregoriushaus entwarf er ein Kirchenfenster. Auch als Pädagoge war der Künstler tätig. An der Eschweiler Realschule unterrichtet Kuckartz als Kunstlehrer.
Als anerkannter Künstler der Aachener und euregionalen Kunstszene erhielt er verschiedene Auszeichnungen. 1957 war er Mitgründer der "Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen" deren Geschäftsführung er über Jahre ausübte. Diese Vereinigung existiert noch heute und ist im Internet unter www.evbk.eu zu erreichen. Den von dieser Vereinigung ausgelobten "Kaiser-Lothar-Preis" erhielt er im Jahr 1959.  Dem "Aachener Künstlerbund" und der "Gruppe 65" gehörte er als Gründungsmitglied an. Seine Werke stellte Jupp Kuckartz im Suermond-Ludwig-Museum und in der Burg Frankenberg aus.
Jupp Kuckartz starb am 5. Januar 1985 im Burtscheider Marienhospital.
Die Burtscheider Heimatfreunde installierten zur  Erinnerung an den Aachener Künstler am 3. September 2024 eine Gedenktafel an sein ehemaliges Wohnhaus.

 

 

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