„Wie backt sich Aachen seine Prinzen?“ -  Rezept zur Erfüllung eines Traums

 

"Wie wird man eigentlich „Prinz Karneval?"

 

„Einmal Prinz zu sein…“ erschallt das bekannte Karnevalslied wenn es zu Karneval so richtig schön ist, wenn der Prinz die Szene betritt, oder auch immer dann wenn es wieder diskutiert wird, ob es nicht an der Zeit sei, nun selbst das höchste Amt im Karneval anzutreten.
Verfolgt man dann im nüchternen Zustand diese Absicht weiter, stellt sich die Frage nach dem "Wie" und "Was".

 

Hierzu einige Ratschläge:

Man wendet sich entweder an den Aachener Karnevalsverein (AKV) oder an dessen Hofmarschall, um den Wunsch zu äußern, irgendwann einmal Prinz Karneval von Bad Aachen zu werden. Die Bürgerprinzen der Aachener Stadtteile wenden sich an die örtlichen Karnevalsvereine, die den Bürgerprinzen bestimmen. Für Brand ist die „Prinzengarde Brander Stiere“, für
Richterich ist die „Erste Karnevalsgesellschaft Richterich Koe Jonge“, für Haaren die Karnevalsgesellschaft „Hooreter Jonge“ und für das Dreigestirn in Lichtenbusch die Karnevalsgesellschaft „Grün-Weiss Lichtenbusch“ zuständig.

 

Manche Interessenten wählen sich eine kurze Session aus. Sie können es sich beruflich nicht erlauben, länger Urlaub zu nehmen. Für den Prinzenbewerber der Stadt Aachen gibt der Hofmarschall die schriftliche Bewerbung an den Elferrat des AKV weiter. Dieser berät und bestimmt dann den Prinz Karneval von Bad Aachen.

 

Bei der Auswahl wird auch die Außenwirkung des Prinzen beleuchtet: „Kann er sich auf der Bühne präsentieren?“ „Kommt er an?“. Auf einer AKV-Elferratssitzung präsentiert sich der Bewerber dem AKV. Der Hofmarschall wird gefragt, ob er sich vorstellen kann, mit dem Bewerber als Prinz gut arbeiten zu können. Wenn der Elferrat des AKV einstimmig zu einer Meinung gekommen ist, wird der Oberbürgermeister der Stadt Aachen um seine Zustimmung gebeten. Dies geschieht meistens schriftlich.

 

Der Bewerber muss keine bekannte Persönlichkeit sein.

 

„Es ist schon zweckmäßig, wenn der Bewerber über Geldmittel verfügt, denn der AKV, der Ausschuss Aachener Karneval und auch die Stadt Aachen geben keine finanzielle Unterstützung. Es ist einzig und allein das Vergnügen des Prinzen-Bewerbers “, meint der ehemalige Hofmarschall Heinz-Ludwig Kloeser.

 

Die Wertstellungen der Bürgerprinzen und des Prinz Karneval von Bad Aachen ist eigentlich gleich. Jeder Prinz vertritt den Karneval in seiner Stadt oder in seinem Stadtteil und ist dort der „Narrenherrscher“. Zu Karneval ist jeder gleich. Es gibt zwar irgendwo in den Analen des Aachener Karnevals ungeschriebene Gesetze der „Rangfolge“ …

 

Es gibt auch noch eine 2. Möglichkeit Prinz zu werden:

Man wartet, bis es einmal keinen Bewerber um das Prinzenamt gibt. In diesem Fall springt der Aachener Karnevalsverein 1859 e.V. (AKV) ein. Er gibt dann "gute Worte"* um einen Kandidaten zu finden und zahlt dann auch die ganze Musik. Das ist schön vom AKV und auch schön für den so auserwählten Prinzen. Zum Glück für den AKV kommt dieser Fall aber sehr selten vor.

* "gute Worte geben" bedeutet überreden, überzeugen etwas zu tun oder zu lassen.