So entsteht ein Orden bei Steinhauer & Lück

 

Tausendfach werden zu jeder Session Orden und Sticker verteilt und verliehen. Doch wie entstehen sie? Ein Blick hinter die Kulissen eines Ordensherstellers verrät uns den Werdegang von der Idee bis zum fertigen Orden.

 

Von der Idee zum Entwurf

Am Anfang ist eine Idee im Kopf, die umgesetzt werden muss. Manch einer beauftragt einen Grafiker, einen Künstler oder skribbelt bei einer Vorstandsitzung mit anderen Karnevalisten die Idee auf ein Blatt Papier. Viele Vorlagen aus Aachen wurden von Mattschö Stevens entworfen. Nach diesen Vorgaben erstellt die hausinterne Grafik-Abteilung einen Entwurf nach den Wünschen des Karnevalsvereins oder nach  konkreten Vorlagen. Dabei wird versucht, eine möglichst realistische Darstellung auf Papier zu erstellen, was einen Eindruck vom späteren Endprodukt vermittelt.

 

Für die Session 2005 erstellte der französische Künstler Georges Dussau den ersten Entwurf für den Prinzenorden von Prinz Dirk III. Nach einer internen Ideenfindung entstand dann das Skribbel für die Ordensherstellung, das für die Herstellung von je 5.000 Damen und Herrenorden von einer Ordenswerkstatt umgebaut wurde.

 
Skribbel von G. Dussau Zeichnung von G. Dussau Vorlage der Ordenswerkstatt
 
Präge- und Schnittwerkzeug

 

Der Auftrag geht nun - hier anhand eines anderen Beispiels - in die Produktion. Die erste Station in der Ordenswerkstatt ist der Werkzeugbau. Je nach Technik werden verschiedene Werkzeuge benötigt, entweder Schnittwerkzeuge oder Prägewerkzeuge
 
 

 

 
Das manuelle Gravieren der Details
 

Das Schnittwerkzeug definiert die Außenform des Produktes. Aus Platten oder Streifen von Rohmaterialien, beispielsweise Messing, schneidet es die gewünschte Form heraus. Das Prägewerkzeug hingegen überträgt die eigentliche Darstellung auf das Metallteil. Dafür übersetzen die Mitarbeiter im Werkzeugbau den zweidimensionalen Papierentwurf in eine dreidimensionale Darstellung, die CNC gesteuert oder manuell auf das Werkzeug übertragen wird. Für die Feinarbeit ist weiterhin das Handwerk gefragt. Mit künstlerisch geschultem Auge arbeiten die Graveure feinste Details manuell heraus. Das Werkzeug für die Orden ist nun fast fertig. In mehreren Schritten wird es nun noch gehärtet uns so widerstandsfähig gegen den hohen Druck beim Prägevorgang gemacht.
Prägen und Umschneiden
In der Prägerei werden zunächst mit dem Schnittwerkzeug Rohteile aus dem Grundmaterial heraus geschnitten. Der Orden hat nun schon einmal eine gute zu erkennende Aussenform.

 

Ausstanzen der Rohling
 
Im zweiten Schritt bekommt es sein ”Gesicht”. Die Prägerei verfügt über drei Pressen mit

einer Leistung von 150 bis 600 Tonnen. Diese sorgen für genug Druck, um die feinen und

detaillierten Darstellungen aus dem Prägewerkzeug auf das Rohteil zu übertragen

 
 

Überstehendes Material wird im dritten Vorgang, dem so genannten Umschneiden, entfernt. Die Grundversion des Ordens ist nun fertig.

 
Geprägter Orden beim Umschneiden Fertige Grundversion des Ordens

 

Galvanik und Veredelung

Die gewünschte Tönung, in unserem Beispiel Altsilber, erhält Ihr Produkt in der Galvanik.

Unterschiedliche chemische Bäder sorgen für die verschiedenen Metallfarben. Zu diesem Zweck werden die Rohteile an ein Gestell gehängt, so dass jedes Teil von allen Seiten

mit dem Bad in Berührung kommt. Nach etwas 45 bis 60 Minuten haben die Teile die gewünschte Farbe, zum Beispiel Silber.

 

 

Um den typischen Altsilber-Effekt zu erreichen, werden sie dann zunächst in einem weiteren Bad geschwärzt.

 
 

Beim anschließenden Bürsten wird diese Schicht von allen erhaben stehenden

Stellen wieder entfernt, während sie an den tiefer gelegenen Stellen haften bleibt.

 
  Der Orden hat nun den gewünschten “antiken” Look.

 

Ausfärben

Die Abteilung Färberei einer Ordenswerkstatt bringt im nächsten Arbeitsgang mit viel Fingerspitzengefühl und Augenmass Farbe ins Spiel.

 

 

Mit feinsten Pinseln und von Hand werden die vorgegebenen Bereiche des Produktes mit Farbe ausgelegt. Schritt für Schritt bekommt der Orden so sein unverwechselbares Gesicht.

 

Montage und Versand

Im letzten Schritt erfolgt nun noch die Anbringung der Befestigung des Ordens - in unserem Beispiel mit zwei Ösen und darin eingehängter Kordel. Nachdem der Orden fertig montiert ist, werden alle Teile sorgfältig verpackt und können so ihren Weg in die kommende Session antreten.